Impulse

Jeder Tag ist Dein Tag

Wie beginnst Du Deinen Tag? Verbinde Dich am Morgen, noch im Bett vor dem Aufstehen oder in einer Meditation, mit dem, was vor Dir liegt. Verbinde Dich mit Dankbarkeit für alle und alles, was Dich unterstützt, damit es ein guter Tag werde. Wenn Du schwieriges vor Dir hast, dann erkenne den Stress und das Leider der anderen, um ihnen mit Verständnis aber Klarheit begegnen zu können. Mach ihre Inkompetenz im Umgang mit dem Leben nicht zu Deinem Problem. Die „Vogelperspektive“ verhilft Dir zu Übersicht und Verstehen, gehe nicht in die Froschperspektive des Opfers. Ein paar Körperübungen wecken Dich, verbinden Dich mit Deiner Flexibilität, Kraft und Ausdauer. Geniesse das freudvolle während des Tages bewusst. Wenn sich schwierige Situationen ergeben, werde Dir Deiner Reaktionen bewusst, deiner Gefühle und Verhaltensweisen. Atme tief durch, gönne Dir eine innere Pause und überlege, was es jetzt braucht, damit es Dir wieder besser geht. Handle –  Dein Leben gehört nur Dir.

Geburt und Krankheit 

Die Bedeutung der Geburt auf das spätere Leben eines Menschen ist nicht zu unterschätzen. Der Dokumentarfilm MicroBirth stellt wissenschaftliche Ergebnisse vor, welche Auswirkungen von Kaiserschnittgeburten auf die Entwicklung des Immunsystems  und eine erhöhte spätere Anfälligkeit für Asthma, Diabetes, Glutenunverträglichkeit und Fettsucht feststellen. Im Zentrum steht die These, dass die „Besiedlung“ des Babys mit „guten“ Bakterien der Mutter gestört ist. MicroBirth_Presse

Die innere Welt transformieren 

Die ACT-Therapie (Acceptance Committement Therapy) wurde von Steven Hayes in den USA entwickelt, um Menschen mit Zwangsgedanken und Kontrollzwängen zu helfen. ACT wird auch in der psychiatrischen Universitätsklinik in Basel erfolgreich eingesetzt. Sie basiert auf einer Verbindung von Achtsamkeits- und Resilienz-Konzepten. Der australische Psychotherapeut Russ Harris nimmt ACT als Basis für sein Stressbewältigungsprogramm. ACT umfasst sechs Kernprinzipien: 1. Entschärfen /Defusionieren („relativieren“ von Gedanken, die sich verselbständigen, z.B. „ich bin unfähig“), 2. Platz schaffen („schwierige Gedanken umarmen, ihnen ein akkzeptierendes Gefäss anbieten), 3. Achtsamkeit im Hier und Jetzt, 4. Das beobachtende Ich (Selbstwahrnehmung), 5. Werte (einen motivierenden Horizont haben), 6. Engagiertes Handeln. Russ Harris: Wer dem Glück hinterherrennt, läuft daran vorbei – ein Umdenkbuch, Kösel 2012. Leicht verständlich, mit vielen guten Anregungen.

 

Leichte Depressivität ist stark verbreitet 

Jede sechste Erwachsene in der Schweiz klagt über leichte Depressionssymptome wie Energielosigkeit, Schlafstörungen, Appetitverlust. Dies zeigt der neue Forschungsbericht Obsan 56. Damit verbunden sind Leistungseinbussen in der Arbeit und körperliche Symptome wie Rückenschmerzen. Oft ist ein sozialer Rückzug symptomatisch, der zu Einsamkeit und in einen Teufelskreis führt. Shiatsu, soziale Kontakte, Bewegung in der Natur sind Brücken zur Genesung. Oft gilt es zudem, im Gespräch tieferliegende Ursachen wie Resignation und Ohnmachtsgefühle anzugehen, die Folgen von starken Belastungen (Stress, Lebensereignsse) sind.

Gelassenheit hilft

Der Neurowissenschafter G. Hüther bringt es in seinem Vortrag als „Anregungen für Gehirnbenutzer“ auf den Punkt. Gelassenheit ist ein Zustand, in dem viele Gehirnareale gleichzeitig aktiviert und vernetzt sind – ideale Voraussetzungen für Kreativität und neue Lösungen. Dagegen führen Angst und Stress zu einer Übererregung und Überlastung des Präfontalen Cortex. Der Organismus reagiert durch Rückgriff auf Gewohnheitsmuster und alte Kindheitsmuster. Verdichtete Erfahrungen werden zu Haltungen. Neid, Geiz, Habsucht und Gier sind Haltungen, die aus einem Mangelgefühl resultieren. In einem Gefühl von Sättigung herrschen die Haltungen Wertschätzung, Dankbarkeit und Zuneigung vor. Diese gilt es in Gemeinschaften (Familie, Schule, Betrieb) zu kultivieren. Erwartungshaltungen sind verdichtete Erfahrungen, mit denen wir auf andere Menschen zugehen. Wenn wir positive Ergebnisse wollen, müssen wir andere Menschen einladen, ermutigen und ihnen Verantwortung übergeben, um ihr Potential zu entfalten. Statt wie üblich bei anderen Menschen Angst zu verbreiten, müssen wir lernen, neue Muster zu entwickeln. „Die Probleme, die es in der Welt gibt, können nicht mit den gleichen Denkweisen gelöst werden, mit denen sie verursacht wurden“ (Einstein).

Literaturtipps 

Doris Iding, Der kleine Achtsamkeits-Coach, GU 2012: Einfache, übersichtlich präsentierte Achtsamkeitsübungen

Jutta Heller, Resilienz, 7 Schlüssel für mehr innere Stärke, GU 2013: Übungen zu Akzeptanz, Optimismus, Selbstwirksamkeit, Netzwerk-, Lösungs- und Zukunftsorientierung

Nicolas Hoffmann, Birgit Hofmann: Wenn Zwänge das Leben einengen, Springer 2011, der Klassiker mit Übungen zu Zwangsgedanken und Zwangshandlungen

Nicole Huber, Kopf-Sprung, Shaker 2012: Der eindrückliche Erfahrungsbericht einer jungen Frau und ihren Weg mit Somatic Experiencing aus ihrer traumabdedingten Depression 

Andrea Gallasch-Stebler, Nächste Station Erde, Pabst 2012: Beschreibung der Langzeittherapie eines schwer traumatisierten Kindes

Gratis-Broschüre über Trauma 

Das Schweizerische Rote Kreuz hat eine sehr gut aufgemachte Broschüre über psychisches Trauma unter dem Titel „Wenn das Vergessen nicht gelingt“ in 5 Sprachen herausgegeben. Sehr empfehlenswerte, einfach verständliche Übersicht. zu bestellen unter: http://www.redcross.ch.

Über das Sterben 

Das wohl umfassendes Buch zum Thema, mit einer wunderbaren Haltung geschrieben, stammt vom Tessiner Palliativmedizinier Gian Domenico Borasio: Über das Sterben – Was wir wissen – was wir tun können – wie wir uns darauf einstellen, C.H. Beck, 2012

Eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration

Die Angebote des Auditorium-Netzwerks umfassen preisgünstige CDs und DVDs von Vorträgen von den weltweiten Top-Experten im Bereich Gesundheit, Therapie, Lebensführung. Empfehlenswert, den Newsletter zu abonnieren.

Literaturtipps

Thich Nhat Hanh, Versöhnung mit dem inneren Kind, Von der heilenden Kraft der Achtsamkeit, Barth 2011. Eines der wunderbarsten Bücher von Thay.

Rupert Sheldrake, Das schöpferische Universum – Die Theorie des morphogenetischen Feldes, Ullstein 2011

Daniel Siegel, Der achtsame Therapeut, Kösel 2010

Bruce Lipton/Steve Bhaerman, Spontane Evolution, Koha 2011

Lynne Mc Taggert, the Bond – Wie in der Quantenwelt alles mit allem verbunden ist, Arkana 2011

Ernst Peter Fischer, Niels Bohr, Siedler 2012. In dieser wunderbaren Biografie lernt man mehr über die Quantenphysik und ihre Entwicklung als in manch anderem Buch. Zudem ist es faszinierend, die herausragende Rolle von Niels Bohr und seine Beziehungen zu Einstein, Schrödinger und allen weiteren Persönlichkeiten der Quantenphysik nachzuvollziehen.

6 Filter der Realitätswahrnehmung

Unsere Wahrnehmung ist bekanntlich selektiv. Realität ist somit etwas völlig subjektives – zwei Personen nehmen dieselbe Situation verschieden wahr. Dies beruht insbesondere auf 6 Faktoren und Filtern:

Grenzen: Wir haben körperliche und geistige Grenzen der Wahrnehmung: Wir können nur bestimmte Frequenzen hören und sehen, Sprachen sprechen usw.

Gebote: Wir haben verinnerlichte Werte, Normen und Sitten und beurteilen Wahrgenommenes danach als gut/schlecht, richtig/falsch.

Gefühle: Unser Gehirn taxiert Informationen blitzschnell ein, ob sie gefährlich sind, und damit Gefühle von Angst, Sorgen, Ekel usw. als Warnsignale hervorrufen, oder ob sie attraktiv sind und Freude bereiten.

Gewohnheiten: Wir ordnen Informationen instinktiv und schnell in unser Erfahrungswissen ein und passen sie in dieses ein: wir ordnen sie „Schubladen“ und Mustern zu, längst bevor wir alle Informationen kennen und beurteilen.

Gruppendruck: Gemeinschaften entwickeln einen Druck in Richtung gleichgeschalteter Wahrnehmung und Beurteilung: man nimmt es so wahr, wie man es wahrnehmen soll, d.h. mit einer Brille, die gewichtet.

Unsere Wahrnehmung ist somit gebunden an die damit gekoppelten Grenzen, Gebote, Gefühle, Gewohnheiten und Gruppendruck. Unser Bewusstsein, unsere Achtsamkeit hilft uns, unsere Wahrnehmungsfilter zu erkennen, unsere Reaktionen zu überprüfen und uns angemessen zu verhalten.

5 Stadien der Meditation

Der Kongress „Meditation und Wissenschaft“ (Nov. 10, Berlin) beschrieb sie wie folgt: Erstes Stadium: Unruhe und Langeweile. Zweites Stadium: Entspannung und mehr Ruhe. Drittes Stadium: Konzentration, Gleichmut, Achtsamkeit, Loslassen können von Gedanken. Viertes Stadium: Klarheit, Wachheit, Verbundenheit, Selbstakzeptanz. Fünftes Stadium: Nicht-Dualität, Einssein, Grenzenlosigkeit.

 

 

Mehr Stress und Burnout in der Bevölkerung

Eine aktuelle Studie des Staatssekretariats für Wirtschaft zeigt, dass sich ein Drittel der Erwerbstätigen häufig oder sehr häufig gestresst fühlt. Dies sind 30% mehr als noch vor 10 Jahren. Unterbrechungen, hohes Arbeitstempo, Termindruck und Reorganisationen sind die stärksten Belastungsfaktoren. 25% der Erwerbstätigen sind zudem Burnout-gefährdet: auf die Frage, ob sie bei der Arbeit das Gefühl haben, emotional verbraucht zu sein, antworten 21% mit „trifft eher zu“, 4% mit „trifft völlig zu“. Entsprechend hat diese hohe Stressbelastung Folgen auf das Wohlbefinden, den Gesundheitszustand und Absenzen. Nur 12% geben an, in den letzten 12 Monaten beschwerdefrei gewesen zu sein. Die häufigsten Beschwerden sind Muskelschmerzen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Magenschmerzen, Hautprobleme und Angstgefühle/Depressionen. Mehr als die hälfte der Erwerbstätigen (55%) litten innerhalb von 121 Monaten unter 3 oder mehr Gesundheitsproblemen. Es verwundert deshalb nicht, dass die therapeutische Unterstützung mit Shiatsu in den vergangenen 10 Jahren eine zunehmende Bedeutung in der Bevölkerung gewonnen hat.

 

Literaturtipps 

Roberta Lee, Schluss mit dem Stress: Das erste ganzheitliche Programm gegen Burnout, Krüger 2010. Amerikanisch-süffig geschrieben, mit guten Erklärungen, was bei „Super-Stress“ im Hormonsystem geschieht und welche körperlichen Folgen resultieren, einschliesslich genderspezifischer Unterschiede. Es werden Stresstypen beschrieben, und es gibt Anleitungen zu einem „Vier Wochen Programm“, die von Ruhe, Entspannung und Bewegung über das Denken bis hin zur Ernährung gehen.

Rick Hanson, Richard Mendius: Das Gehirn eines Buddha. Arbor 2010. Eine gelungene, gut lesbare Fusion der Erkenntnisse der Neurologie mit der buddhistischen Psychologie. Mit vielen Anregungen zur Umsetzung im Alltag.

Die vier B der kontruktiven Konfliktlösung (12.1.11)

Bestätigung: Dem Gegenüber rückmelden, dass bzw. wie man seine Aussage verstanden hat.

Befinden: Selbst wahrnehmen und rückmelden, was die Aussage emotional auslöst.

Bedürfnis: Klären und kommunizieren, was an der Aussage schwierig ist (Inhalt, oder das Wie: die Form) und was das eigene Bedürfnis ist.

Bitte: Eine mögliche Alternative aufzeigen und als Bitte vorbringen.

Die Heilwirkung von therapeutischer Berührung, Inneren Bilder und Meditation 

Hier ein Link zu einem äusserst eindrücklichen ARD-Filmbericht, der Beispiele zeigt, wie aufgeschlossene Spitäler komplementäre Therapieformen zur erfolgreichen Heilung einsetzen: Film

Fach-Literatur 

Klaus Fröhlich-Gildhoff, Maike Rönnau-Böse, Resilienz, UTB 2009. Dies ist eine sehr gute Zusammenstellung zum Thema Resilienz auf bloss 80 Seiten. Sehr empfehlenswert.

Rosemarie Welter-Enderlin, Bruno Hildenbrand (Hrsg.), Resilienz – Gedeihen trotz widriger Umstände. Carl-Auer 2010. Verschiedene Autoren beleuchten, was schützende Eigenschaften und Prozesse in der Person, der Familie und der Gemeinde sind, die Kindern und Erwachsenen helfen, das  eigene Leben trotz widriger Umstände zu bewältigen.

Virginia Hill Rice (Hrsg.), Stress und Coping, Huber 2005. Dieses 600-seitige amerikanische Lehrbuch für die Pflege ist eine umfassende Sammlung von Beiträgen zu Stress als Reiz und als Reaktion und zu gesundheitsvermittelnden Faktoren. Es werden sehr viele Studien kurz zusammengefasst, auch solche, welche folgende Wirkungen von Berührung und Massagen ergaben: Beruhigung, Entspannung, Angst- und Schmerzlösung,  Schlaf- Verbesserung.

Martin Sack, Schonende Traumatherapie, Schattauer 2010. Die ressourcenorientierte Behandlung von Traumafolgestörungen bedeutet, dass keine Konfrontation mit dem früheren traumatischen Erlebnis erfolgt, sondern eine Aktivierung von Bewältigungsressourcen in symptomauslösenden Situationen angestrebt wird.

Pat Odgen et al., Trauma und Körper, Jungfermann 2006. Eine umfassende, aber auch sehr wissenschaftlich daherkommende  Beschreibung eines „sensumototisch“ orientierten psychotherapeutischen Ansatzes der Traumatherapie, die mit Somatic Experiencing sehr viel gemeinsam hat. Klar beschrieben sind verschiedene Stadien und Formen der Immobilität direkt vor dem traumatischen Ereignis („tonische“ Immobilität: Einfrieren im Schock mit gelähmten, steifen und kontrahierten, angespannten Muskeln) und „schlaffer“ Immobilität im Anschluss an das innere Aufgeben und Resignieren (mit erschlafften Muskeln und langsamem Puls). Auch sind die Phasen der wichtigen Orientierungsreaktion besonders differenziert beschrieben und das Fallbeispiel dazu für die Trauma-Therapeuten sehr hilfreich.

Shiatsu und Schulmedizin 

Shiatsu hilft, dass Genesungsprozesse nach Operationen schneller und vollständiger vollzogen werden. Dies bestätigt der Herzchirurg Dr. Oz aus New York auf Youtube: watch?v=DTgJRTRkZZc.  Eine französische Studie mit Chemotherapie-Patienten ergab, dass die Nebenwirkungen wie Übelkeit und Müdigkeit um zwei Drittel verringert werden (siehe unter Beiträge: Daten und Fakten zu Shiatsu). Meine eigenen KlientInnen-Fälle zeigen, dass darüber hinaus die seelischen Wirkungen besonders bedeutend sind: sich mit dem eigenen Körper wieder versöhnen, Perspektiven, Zuversicht und Klarheit wiedergewinnen.

Gesundheitsblitzlicht

Eine Studie der OECD für 30 europäische Länder ergab, dass über die Hälfte der Erwachsenen übergewichtig oder fettleibig ist. Während Alkoholkonsum und Rauchen deutlich zurückgingen, hat sich die Fettleibigkeit in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt. Herzerkrankungen bilden mit 40% die häufigste Todesursache. Die durchschnittliche Lebenserwartung erhöhte sich zwischen 1980 und 2007 um 6 Jahre auf 78 Lebensjahre. Man erwartet, dass die Zahl der Menschen über 65 Jahre sich zwischen 1995 und 2050 verdoppeln wird. Während die Zahl der spezialisierten Ärzte zunahm, werden zunehmende Knappheiten bei Generalisten (HausärztInnen) und Pflegepersonal erwartet.

Literaturtipps

Shizuto Masunaga, Shiatsu et Médicine orientale (Le Courier du Livre Juli 2010). Endlich wurde dieses seit Jahren vergriffene Buch neu aufgelegt. Es enthält viele Zeitschriftenbeiträge von Masunaga, welche seine Forschungen und Konzepte verdeutlichen.

Stephen W. Porges, Die Polyvagal-Theorie. Neurophysiologische Grundlagen der Therapie (Junfermann 2010). Endlich gibt es die Originaltexte von Porges als Buch – mit seinen Erkenntnissen über die verschiedenartigen Funktionsmechanismen des menschlichen Organismus (Gehirn-Nervensystem-Hormonsystem) unter Sicherheit (soziales Engagement), Gefahr (Kampf oder Flucht) und Lebensgefahr (Immobilisation und Dissoziation). Inzwischen anerkanntermassen bahnbrechend für alle Stress- und Trauma-Therapien. Nicht leicht lesbar. Eine Zusammenfassung der Polyvagal-Theorie findet sich unter Beiträge.

Shizuto Masunaga, Les 100 récits du traitement (Le courier du Livre 2010). Diese französische Ausgabe ist für alle eine wahre Fundgrube, die sich mehr mit der Behandlungs- und Denkweise von Meister Masunaga, der 1981 viel zu früh verstorben ist, beschäftigen möchten.

Alexa Franke, Modelle von Gesundheit und Krankheit (Huber 2010). Das umfassendste, umsichtige, gut lesbare Lehrbuch über Gesundheits-Definitionen und -Modelle wie Salutogenese, Homöostase, Resilienz usw.. Sehr empfehlenswert.

James Oschman, Energy Medicine in Therapeutics and Human Performance (Butterworth 2003). Im umfangreichen, aufwändig illustrierten jedoch anstrengend zu lesenden Buchs werden Themen wie „Living Matrix“ (Bindegewebe und Zellstruktur), Wasser, Quantum Kohärenz, Elektromagnetismus, Holographie u.a. wissenschaftlich ausgeleuchtet. Oschman ist derzeit In. Mich hat das Buch jedoch eher frustriert als fasziniert.

Karin Kalbanter-Wernicke, Shiatsu für Babys und Kleinkinder (Elsevier 2010). Das schön bebilderte, praxisorientierte Buch orientiert sich an den drei Meridianfamilien und deren Entwicklungsprinzipien: Die (körperseitig) vordere Meridian-Familie (Di/Ma und Lu/Mi) ist zuständig für Aufnahme und Abgrenzung, die hintere Familie (He/Ni und Dü/Bl) für das Sich Aufrichten und die Welt erobern, die seitliche Familie (3E/Gb und HK/Le) für das Sich bewegen und Anpassen. Die Parallelen zu der von mir vorgenommenen Zuordnung zur frühkindlichen Persönlichkeitsentwicklung auf der Basis der postReichianischen Charaktertyplogie ist frappant: ich teile den drei Familien die Existenzsicherung, die Identitätsbildung und die Rollenfindung als Entwicklungsthemen zu (siehe Beiträge). Die beste Übersicht über die frühkindliche Persönlichkeitsentwicklung findet sich im Buch vonRon Kurtz, Körperzentrierte Psychotherapie, die Hakomi-Methode (Synthesis 1985). Die am eingängigsten formulierte Darstellung bei Roland Bäurle, Körpertypen (Fulda 1988).

Maria Eisele, Aus dem Rucksack des Meisters – Hiroshis Weisheiten für ein gesundes Leben (Herbig 2009). Hiroshi verstand Shiatsu als Lebensweg der Gesundheit. Krankheiten entstehen primär aus schlechten Lebensgewohnheiten. „Change habits“ ist seine Empfehlung. Das Wort „problem“ tönt bei ihm gleich wie das Wort „program“. Seine Rezepte sind jedoch überwältigend einfach: Wer müde ist, soll schlafen, oder meditieren, oder sich die Füsse massieren, oder sich bewegen. Das Büchlein enthält viele Anregungen, Lebensweisheiten, Atem- und Körperübungen und Kochrezepte. Das schön aufbereitete Buch gehört auf jedes Nachttischlein. Es ist für TherapeutInnen und KlientInnen bereichernd.

Maja Storch, Frank Krause,  Selbstmanagement – ressourcenorientiert(Huber 2007): Anhand neurowissenschaftlicher und psychologischer Befunde wurde ein Training entwickelt, welches systematische Schritte zur Persönlichkeitsentwicklung aufzeigt, welche von der Absicht zur konkreten Handlung führen. Dies wird anhand des sog. „Rubikon-Prozesses“ veranschaulicht. Wichtige Aspekte zu Themen wie handlungswirksame Zielformulierung, Motivation und Ressourceneinsatz werden theoretisch fundiert und an Beispielen verdeutlicht. Auch die Website www.zrm.chist sehr informativ. Sie enthält wertvolle Artikel, von denen ich zwei in die Beiträge aufgenommen habe, welche sich mit Zielformulierung und Körperwahrnehmung befassen. Das ZRM-Training selbst erscheint mir persönlich etwas gar akademisch-umständlich und zu wenig praxisnah, jedoch sind Buch und Artikel sehr anregend, wenngleich auch eher „wissenschaftlich“ gehalten.

Jürg Frick, Die Kraft der Ermutigung (Huber 2007): Eine ausgezeichnete, gut lesbare Ausführung, wie Sprache entmutigt und  ermutigt, mit spannenden Kurzlebensläufen wie Charly Chaplin, Helen Keller (die in der Geschichte des Shiatsu in Japan eine wichtige Rolle spielte) u.a. – Eine gute Ergänzung zur Resilienz-Literatur. Beispielsweise das Kapitel über „die Sprache der Ermutigung“:

  • das Gegenüber annehmen und bestärken
  • Zuversicht vermitteln
  • gemachte Veränderungsschritte als Fortschritte anerkennen
  • Wertschätzung
  • Positive Selbstgespräche (innere Dialoge/Glaubenssätze) fördern / negative innere Antreibersätze erkennen.

Claus Fischer, Micheline Schwarze: Qi Gong in Psychotherapie und Selbstmanagement (Klett Cotta 2008):Eine saubere Darstellung, wie Qi Gong die seelische Stabilität fördern  und zur Erdung, Zentrierung, Ausrichtung, Selbstberuhigung, Grenzziehung, zu Freude und Gelassenheit hinführen kann. Anhand einfach zu erlernender Übungen wird gezeigt, wie  innere Bilder die Kraft der Übungen verstärken. Die Übung „der Kondor breitet seine Schwingen“ aus unterstützt beispielsweise Qualitäten wie Leichtigkeit, Kraft, Urvertrauen, Übersicht.

Sibylle Tobler, Neuanfänge – Veränderung wagen und gewinnen (Klett Cotta 2009):Eine gute Hilfe zur Analyse der eigenen Situation, zur Entwicklung motivierender Perspektiven, zum Finden von Entscheiden, zum Unternehmen mutiger Schritte, zum Abschied nehmen von Altem, zum Aushalten von Übergängen und Bewältigen von Hindernissen, zum Dran bleiben, zum Würdigen von Fortschritten und ankommen in der neuen Situation. Sehr empfehlenswert.

Thich Nhat Hanh, Umarme Deine Wut (Theseus 1992): Exkurs und Übungen zum Sutra der Vier Verankerungen der Achtsamkeit – d.h. der Frage, wie wir Unbewusstes ins Bewusstsein holen und damit transformieren können. Eine Zusammenfassung findet sich unter den Beiträgen. Das Buch ist sehr umfassend, fundiert und anregend. Ich praktiziere damit täglich seit 1,5 Jahren. In seiner Fülle kann es für den Einstieg in die Achtsamkeit zu anspruchsvoll sein. KlientInnen empfehle ich lieber das Buch Ich pflanze ein Lächeln (Goldmann 1981), das sehr praxisnah und poetisch geschrieben ist. Im Buch Jeden Augenblick geniessen(Theseus 2004) sind  die wichtigsten Achtsamkeitsübungen von Thay am übersichtlichsten zusammengestellt.

Zu den Wurzeln des modernen Shiatsu 

Auf Youtube finden sich vier kurze Filme, auf welchen eine Demo von Shizuto Masunaga in einer Kurssituation in Kanada zu sehen ist – inklusive seinem englischen Kommentar. Genauere Angaben (z.B. Jahreszahl, Ort) fehlen leider.

Glück, Mut und Achtsamkeit 

Glück ist kein Geschenk des Zufalls. Das Wort Glück stammt vom mittelalterlichen Wort „gelücke“ ab und heisst Gelingen. Das Glück ist in jedem Moment verfügbar, lehrt uns der Zenmeister Thich Nhat Hanh. Glück ist eine Frage der geistigen Ausrichtung. Ist das Glas halbleer oder halbvoll? Sehe ich Probleme oder Herausforderungen? Glück braucht Mut. Wer nach Amerika will, muss Europa verlassen. Oftmals klammern wir uns an Altes, bloss weil es bekannt ist, und uns deshalb weniger Angst macht als das Neue. Neue Wege zu gehen verlangt zunächst einmal, dass wir uns bewusst machen, welches unsere Wege überhaupt sind. Dass wir  erkennen,  wann wir ärgerlich werden, wann wir ausweichend und unehrlich reagieren, oder wann wir uns überrumpeln lassen oder die Schuld bei anderen suchen. Und dann müssen wir die CD wechseln, das Programm einlegen, welches uns wieder mit Freude, Zuversicht, Verständnis und Mitgefühl und Handeln verbindet. Angst lähmt, macht eng und steif, hält uns ohnmächtig, trennt uns von anderen. Liebe verbindet, geht in die Expansion und Weite. Verstehen öffnet neue Wege, führt zu neuen Lösungen. Die grosse Herausforderung liegt darin, die Angst nicht zu verdrängen, sondern sie liebevoll zu umarmen, sodass sie sich in Mut wandeln kann.

Mandeln des Glücks 

Man erzählt sich die Geschichte von einer Weisen, die sehr alt wurde und tief glücklich lebte. Sie war eine grosse Geniesserin. So verliess sie nie das Haus, ohne sich eine Hand voll Mandeln einzustecken. Sie nahm sie nicht mit, um sie zu essen, sondern um die schönen Momente des Lebens bewusster wahrzunehmen und sie besser zählen zu können. Für jede Kleinigkeit, die sie tagsüber erfreute, zum Beispiel einen fröhlichen Schwatz, ein köstliches Mahl, einen Moment der Stille, das Lächeln eines Menschen, das Zwitschern eines Vogels, liess sie eine Mandel von der rechten in die linke Jackentasche wandern. Abends sass sie zu Hause und zählte die Mandeln der linken Jackentasche und führte sich die schönen Erlebnisse des Tages nochmals vor Augen. Sie freute sich ab noch so kleinen Dingen. Sogar an jenen Abenden, an denen sie nur eine einzige Mandel zählte, war ihr Tag gelungen. Es hatte sich gelohnt zu leben.

Was braucht es für ein glückliches und zufriedenes Leben? 

Hier mein ABC für ein glückliches und zufriedenes Leben, Stichworte, die als Leitplanken der Lebensausrichtung mit Garantie zu mehr Glück und Wohlbefinden führen.

Mein Powerbook ist vielen KlientInnen immer wieder ein Hilfe, sich ihrer Ressourcen bewusst zu werden und klare Schritte hin zu mehr Lebensfreude und Glück zu unternehmen.

Geboren ohne Arme und Beine und dennoch glücklich –  ein berührendes und gleichzeitig ermutigendes Schicksal – per click zum Videoclip: Resilienz pur.

Zudem ist in diesem Zusammenhang dem Herz-Sutra Referenz zu erweisen: Shizuto Masunaga hat es gechantet, aber schon seine Mutter und die Gründerväter des Shiatsu Tenpeki Tamai und Jinsai Ohta. mehr dazu unter der Rubrik „Beiträge“.

Bewusstsein als Chance

In der neuen DVD „Wir werden was wir sind“ definiert der  Zellbiologe Bruce Lipton Gesundheit als das „politische Verhältnis unter den Zellen“. Er sieht den Menschen als Zellgemeinschaft mit Billionen von Zellen, die wie Teile eines Getriebes zusammenwirken und ein „kollektives Amöbenbewusstsein“ haben. Signale der Umwelt werden als physische Empfindung wahrgenommen. Die Wahrnehmung steuert das Verhalten der „regulierenden Proteine“, welche die DNA umhüllen und auf die Gene einwirken („epigenetische Steuerung“). Es ist also die Wahrnehmung, welche die Biologie steuert. Lipton spricht vom Primat der Umwelt, nicht der Gene. Wahrnehmung setzt sich zusammen aus Erfassen und Bewerten. Das Bewerten gibt dem Erfassten Bedeutung. Einer Zelle stellen sich zwei Hauptaufgaben: Wachstum/Fortpflanzung (= sich öffnen) oder Schutz (= sich schliessen). Zellen können nicht beides gleichzeitig. Sie müssen sich entscheiden: verwenden sie ihre Energie um zu wachsen oder um sich zu schützen? In Situationen von chronischem Stress und chronischer Angst fehlt der Zelle die Energie, um zu wachsen und sich zu ernähren und zu erneuern. Die Folge ist: wir werden anfällig auf Krankheiten.

Verhalten aufgrund von Wahrnehmung hat drei Grundlagen: 1. Instinktives Verhalten, das rein genetisch bedingt ist (Veranlagung). 2. unterbewusstes Verhalten, das erlernte Gewohnheiten (programmierte Automatismen) wie z.B. Autofahren umfasst und Erfahrungslernen ist (Vermittlung). 3. bewusstes Verhalten (Bewusstsein). Bewusstsein ist stärker als Veranlagung und Gewohnheit und kann alles beeinflussen. Verhaltensprogrammierung durch Vermittlung geschieht schon vor der Empfängnis. Föten reagieren auf den Streit der Eltern. Wenn eine Mutter in Angst lebt, wird die Zellgemeinschaft Kind die Welt als feindlich wahrnehmen. Das Gehirn von Kindern im Alter bis ca. 6 Jahre schwingt im Theta-Bereich (- 7 Hz), d.h. Kleinkinder leben in einem eher meditativen, hypnotischen Zustand und lernen vorwiegend unbewusst und durch Beobachtung. Das Unterbewusstsein lernt sehr schnell und kann bis zu 4 Mrd. bits/Sekunde aufnehmen. Die präfrontale Gehirnrinde entwickelt sich erst ab ca. 6 Jahren. Die Schlussfolgerungen von Lipton: Eltern sind gefordert, sich ihrer Gedanken, Worte und Verhaltensweisen bewusst zu werden und sie bewusst zu steuern, um unbewusst erlernte Erziehungsmuster ihrer Eltern nicht automatisch weiterzuführen und weiterzugeben. Seine Botschaft: Wir sollen mit unserem Bewusstsein unser Schicksal steuern, wir sind unseren Genen nicht ausgeliefert. Sie deckt sich mit den Zielen der KomplementärTherapie und ist deckungsgleich mit der uralten Lehre Buddhas: über die Selbstwahrnehmung (Achtsamkeit) zu selbstverantwortlichem Handeln gelangen, das zu Gesundheit, Glück. Lebensfreude und Frieden führt.

Was ist Angst? 

In der Woche des Gehirns besuchte ich in Basel zwei Vorträge über Angst. Ihre Essenz:

  1. Angst ist ein Helfer: sie hilft schnell und richtig zu handeln und Situationen zu bewältigen.
  2. Angst ist vorbewusst: Situationen können Angst auslösen, ehe wir sie bewusst wahrnehmen; die Amygdala erhält die Infos direkt vom Thalamus
  3. Angst ist lernbar: der Neocortex verknüpft akute Impulse mit dem Erfahrungswissen
  4. Angst ist beeinflussbar: ursprünglich gelernte Angstreaktionen können durch neue Erfahrungen unterdrückt werden (z.B. Angst vor Zahnarzt)
  5. Angst ist altersytypisch: es gibt alterstypische Ängste, die auch wichtige Entwicklungsschritte auslösen
  6. Angst ist krankhaft, wenn sie unangemessen stark, ohne ausreichenden Grund und nicht kontrollierbar ist und das Leben beeinträchtig
  7. Angst ist die häufigste psychische Störung: 25% der Bevölkerung ist einmal im Leben davon betroffen
  8. Angst hat drei Ursachen: 1. Prädisposition (Vulnerabilität), 2. auslösende Bedingungen, 3. aufrechterhaltende Bedingungen (vor allem das Vermeidungsverhalten)
  9. Angstlernen beginnt in der Kindheit: Überbehütung/Kontrolle und viel Kritik als Erziehungsstil verursachen wenig „Selbstwirksamkeitsüberzeugung“ (Resilienz)
  10. Angst ist Modelllernen: die Angst der Mutter überträgt sich auf das Kind
  11. Angst ist verlernbar: Es gilt, das Vermeidungsverhalten aufzugeben, das ein Umlernen verhindert, und sich den Ängsten, ihren Ursachen und Auswirkungen zu stellen. Neulernen erfordert den Aufbau neuer Gedächtnisstrukturen, d.h. positiver Erfahrungen und Interpretationen.

Die 10 Gebote des Shiatsu

Es braucht manchmal nur wenig, und das Shiatsu wird um Welten wirksamer und wohltuender. Aufgrund der zehn häufigsten Grundprobleme, die mir beim Geben von Kursen immer wieder auffallen, findest Du hier meine Checkliste und Empfehlungen:

1. Achte auf das therapeutische Feld (Die bewusste Ausrichtung bereits vor der Berührung gestaltet den energetischen Behandlungsraum: transpersonal als Verbindung mit universellen Qualitäten wie Liebe, Freude, Mitgefühl, Gelassenheit; intrapersonell als gute Erdung, vertikale Ausrichtung, Entspannung und Raum für Dich selbst; interpersonell als Herz-zu-Herz-Verbindung zur KlientIn und als Bewusstsein, dass die Berührung ein Angebot/eine Einladung an den Organismus darstellt. Du behandelst immer den Menschen als Ganzes; Punkte und Meridiane sind nur die Türen, die Dir den Zugang zum Menschen verschaffen)

2. Achte auf den senkrechten Druck (Senkrecht heisst immer zum Zentrum des jeweiligen Körperteils bzw. zur Lage des Meridians)

3. Achte auf das entspannte Lehnen mit vollem Körpergewicht (Gibst Du soviel Druck als möglich?  Sind Deine Hand- und Schultergelenke, Ellbogen und Kreuz locker, flexibel und gelöst, während Du das Gewicht abgibst)

4. Achte auf die Mutterhand (Gibst Du zuviel Gewicht und Bewusstheit in die aktive Kindhand und vernachlässigst die Mutterhand? Beide Hände sind gleich wichtig und spielen zusammen)

5. Achte auf die Expansion (Dein Geist sollte sich nicht auf den Punkt des Fingerdrucks fokussieren sondern im Körper der Klientin in die Tiefe und Weite gehen. Das Lehnen in die Tiefe sollte gleichzeitig damit verbunden sein, Dich in die Weite des Universums zu öffnen)

6. Achte auf Deinen Fokus (Was tust Du genau? Energie tonisieren oder sedieren? Bewegen (wohin?), verbinden oder halten? Auslösen, leiten oder begleiten? Bist Du mit phyischen, emotionalen, mentalen oder spirituellen Themen im Kontakt?)

7. Achte auf das Kyo (Jitsu ist offensichtlich und springt Dich förmlich an;  mindestens genau so wichtig ist jedoch das Wahrnehmen und Nähren des versteckten Kyo)

8. Achte auf Deine Begriffe (Sie sollen nicht abwerten und statisch sein sondern positiv, Veränderungs-bezogen. Deshalb definiere ich Kyo nicht als Leere sondern als Bedürfnis, Jitsu nicht als Fülle sondern als Ressource)

9. Achte auf Deinen Rhythmus (Arbeitest Du eher statisch, langsam und gleichförmig, oder setzt Du Rhythmus variabel ein, um bestimmte Therapieziele bewusst zu unterstützen?)

10. Achte auf Dich selbst (Deine Eigenwahrnehmung sagt Dir, wann Veränderungen in der Behandlung angezeigt sind. Sie hilft Dir, in der Behandlung so entspannt zu bleiben, dass sie auch zur Selbstbehandlung wird).

Interessierte an einer Supervision können differenzierte, klare Feedbacks und Anregungen zu ihrem Shiatsu erhalten (Einzeln oder in Kleingruppen). Ruf einfach an: 061 681 09 41.

SMARTe Prozessarbeit

Shiatsu als Therapie ist mehr als eine Behandlung, und dann nochmals eine Behandlung. Und noch eine. Es ist mehr als die Summe von Einzelbehandlungen. Shiatsu als Therapie ist Prozessarbeit über einen bestimmten Zeitraum. Ich unterstütze meine KlientInnen darin, Einstellungen und Verhaltensweisen zu erkennen, die der Gesundheit abträglich sind, Krankheiten fördern und zur Verminderung der Lebensqualität führen. Ich möchte, dass sie erkennen, was sie selbst tun können, um mehr Gesundheit und Wohlbefinden zu erlangen. Gespräch und Übungen nehmen dabei eine bedeutende Rolle ein. Einstellungen und Verhaltensweisen sind tief eingeschliffene Muster, die auf inneren Überzeugungen beruhen, und die nicht leicht geändert werden. Man weiss aus Studien, dass die meisten Ratschläge von Hausärzten nicht befolgt werden. Es sind subtile Elemente, welche den Erfolg bestimmen.Die Prozessarbeit benötigt Zeit und viel Subtilität.

Das SMART-Modell ist eine gute Hilfe.

S = Spezifisch und Selbstbestimmt. Ziele sollen möglichst genau und handlungsbezogen formuliert sein und von den KlientInnen selber bestimmt werden.

M = Messbar. Es sollen messbare Ziele formuliert werden, sodass der Erfolg spürbar und überprüfbar wird.

A = Attraktiv. Das Erreichen des Ziels soll erstrebenswert sein, der Nutzen soll bewusst sein.

R = Realistisch. Eine Gefahr besteht darin, dass Ziele zu hoch gesteckt werden und sich Massnahmen im konkreten Alltag nicht umsetzen lassen.

T = Terminiert. Termine haben das Ziel, den Erfolg zu überprüfen und Massnahmen anpassen zu können.

Was ist Ki? 

In den englischen Shiatsu Society News wirft Bill Palmer die Frage auf, ob das chinesische Konzept von Qi und das westliche von Energie das selbe seien. Er sieht Ähnlichkeiten, verweist aber darauf, dass das Qi-Konzept komplexer ist. Die Ähnlichkeit sieht er darin, dass es sich immer um Kraft und damit um das Potential zur Bewegung und zur Veränderung handelt. In beiden Konzepten ist die Transformation von Reis zu Dampf, von Potential zur Bewegung, von Materiellem zu Immateriellem enthalten. Bill Palmer sieht den wesentlichen Unterschied zwischen Qi und Energie darin, dass Qi auch ein Organisationsprinzip ist, welches komplexen Feedback-Systemen wie lebenden Organismen inhärent ist. Er erachtet deshalb die Chaos-Theorie (Fraktale) als bedeutsameren westlichen Zugang zu Qi als die Quantenphysik und stellt implizit die Grundlagen der Arbeit von Pauline Sasaki und Cliff Andews in Frage.

Ich habe dazu die sowohl-als-auch Position und sehe eine Komplementarität der verschiedenen Theroien: Der Zen-Meister Linji sagte vor 1200 Jahren: „Triffst Du Buddha unterwegs, schlag ihm den Kopf ab“. Er meinte damit: Bleib nicht an Begriffen und Vorstellungen haften. Sie sind Illusionen. Lass Dich nicht blenden. Buddha sagte: „Mein Finger zeigt auf den Mond, er ist nicht der Mond“. Die Realität ist komplexer als jede Beschreibung. Einstein sagte: „Erst die Theorie entscheidet darüber, was man beobachten kann“. Umgekehrt heisst es, dass Beobachtungen nach Erklärungsmodellen suchen. Das chinesische Konzept von Qi hat sich in den vergangenen 2000 Jahren fortlaufend gewandelt, wie die hervorragende Dissertation von Manfred Kubny zeigt. Dies gilt auch für das westliche Energiekonzept. Die Newton’sche Physik ist für das meiste tauglich, was wir im Alltag benötigen. Und dennoch erklärt sie die Welt nicht vollständig. Jedes Konzept diskriminiert: es ist in sich geschlossen und schliesst damit automatisch einen Teil der Wirklichkeit aus. Es gibt keine mathematische Formel zur umfassenden Erklärung der Welt.  „Richtig oder Nicht-Richtig?“, dies ist nicht die  Frage. Die richtige Frage lautet: Wozu ist das Konzept nützlich“. Konzepte weisen auf etwas hin, setzen einen Fokus. Mit der Bezugnahme auf die Quantenphysik haben Pauline Sasaki („Quantum-Shiatsu“) und Cliff Andrews das Shiatsu von Masunaga ganz wesentlich bereichert und um neue, wirksame Techniken erweitert. Dies dürfte sicher auch für Bill Palmer gelten, dessen „Movenement Shiatsu“  ich jedoch nur aus der Literatur kenne. Seine schriftlichen Ausführungen zum Zusammenhang zwischen Meridianen und Kleinkindentwicklung entsprechen denen von Mike Mandl, und sie sind mit meinen Forschungen über den Zusammenhang zwischen Charakterentwicklung und Meridianenergien kompatibel (siehe Beiträge). Wenn wir einen Menschen berühren, so berühren wir den gegenwärtigen Moment, der auch alle Kindheitserinnerungen und Persönlichkeitsentwicklungen mit enthält. Wir berühren auch die Energiemuster von Mutter, Vater und Vorfahren. Wenn wir eine Rose sehen, sehen wir auch den Kompost, auf dem sie gewachsen ist, das Wasser und den Gärtner. Diese Erkenntnis, die schon Buddha lehrte, prägt  auch die moderne  Körperpsychotherapie und unser Shiatsu.

Gesundheit lässt sich definieren als progressive Entwicklung, die nicht in Gewohnheiten stecken bleibt, meint Bill Palmer – eine sehr schöne Definition finde ich, aber eben: auch nicht die einzig mögliche. Der von Bill Palmer verfolgte Focus ist für uns sehr wichtig, weil es im Shiatsu auch um die Frage der Transformation von eingefleischten, selbstschädigenden Gewohnheiten geht, von Einstellungen, Reaktions- und Verhaltensweisen, die sich als energetisch stabile Muster zeigen und chronische Beschwerden zur Folge haben. Diese Thematik werden wir im spannenden Postgraduate-Kurs an der HPS Luzern vertiefen.

Die vier B oder: wie wirkt Shiatsu?

Beziehung Studien aus Psychotherapie und Psychiatrie zeigen, dass die Qualität der therapeutischen Beziehung die Varianz der Therapieerfolge besser erklärt als die Wahl der Therapiemethode. Als Shiatsu-TherapeutInnen gehen wir mit  den KlientInnen in Resonanz und gestalten das therapeutische Beziehungsfeld bewusst und mit grosser Achtsamkeit.

Berührung Achtsame, mitfühlende, rhythmische Berührung vermittelt ein Gefühl von Geborgenheit, Halt, Form, Rhythmus, Kontinuität und Konstanz. Es ist erwiesen, dass dadurch der Parasympatikus angeregt und das Hormon Oxytocin ausgeschüttet wird. Dieses wird als Bindungs- und Glückshormon bezeichnet. Durch die rhythmische Berührung reduziert Shiatsu  Angst und Stress, stärkt die Voraussetzung, Herausforderung zu begegnen und erhöht die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit.

Behandlung Shiatsu regt über das energetische System die Selbstregulierung des Organismus an. Stagnationen, Verspannungen, Kontraktionen, Enge, Leere und andere Unausgeglichenheiten, welche die Selbstregulation behindern oder blockieren, werden durch die Shiatsu-Behandlung angeregt, sodass wieder ein rhythmischer und flexibler Fluss der Lebensenergie entsteht.

Begleitung durch ressourcenorientierte und selbstermächtigende Gesprächsführung und Anleitungen können wir Veränderungen der Lebensweise unterstützen, welche nachhaltig wirken und zu mehr Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensfreude führen.

Guten Morgen mit R-Evolution Yoga

Die Evolution steckt in unserem Körper. Wir können sie erfahren, wenn wir am Morgen mit R-Evolution Yoga (click) aufstehen. In wenigen Minuten sind wir fit für den Tag und nehmen ihn in grösseren Dimensionen wahr.

Determinanten der Gesundheit

Am 27.11.08 wurde der Nationale Gesundheitsbericht 2008 des Bundesamts für Statistik herausgegeben. Er ist in der Ottawa Charta und dem Ressourcen-Denken verankert und betrachtet die Zusammenhänge von Gesundheit in einem umfassenden Sinne:

  • Erbanlagen, Alter, Geschlecht
  • Lebensweisen (Gesundheits- bzw. Risikoverhalten)
  • Individuelle Ressourcen (wie Selbstwertgefühl, Einstellungen, Wissen, Kompetenzen)
  • soziale Netzwerke (familiär, privat, beruflich, professionell)
  • Lebensbedingungen (Bildungsstand, befriedigende Beschäftigung, Arbeitsumfeld, Wohnumfeld)
  • allgemeine Bedingungen (sozioökonomische Situation, kulturelle Situation, physische Umwelt)

Es zeigt sich, dass der Gesundheitszustand der Bevölkerung stark von sozioökonomischen Bedingungen abhängig ist, insbesondere Bildungsgrad, Einkommen, sozialer Status, Beschäftigung. Viele Gesundheitsprobleme sind Lebensstil bedingt (falsche Ernährung, zuwenig Bewegung und Alkohol) und bedingt durch Stress am Arbeitsplatz. Hier geht es per click zum Gesundheitsbericht 08.

Stress und Meditation

Der Neurowissenschafer Manfred Spitzer schildert die drastischen Auswirkungen von Dauerstress auf das Gehirn in diesem ersten Video.

Er präsentiert in diesem zweiten Video zwei Studien, welche nachweisen, dass Meditation bewirkt, dass man durch Stressoren weniger aktiviert wird, in Stress-Situationen weniger Stresshormone ausschüttet und eine bessere Immunabwehr hat. Jon Kabat-Zinn führt an der Universität of Massachusetts seit Jahren erfolgreiche Meditations-Programme zur Reduktion von Stress durch. Seine Bücher und CDs sind sehr empfehlenswert.

Spiegelneuronen

Die Bedeutung von Spiegelneuronen in Shiatsu, Trauma- und Prozessarbeit ist evident. Wir gehen in Resonanz mit Empfindungen, Stimmungen und Gefühlen der Klientin. Bauer widmet ein Kapitel der Bedeutung von Spiegelneuronen für Medizin, Psychotherapie und andere Heilverfahren. „Die Erfahrung zeigt, dass die Therapeutinnen aufgrund ihres geschulten Resonanzvermögens manchmal schon vor dem Patienten spüren, was dessen Körper ausdrückt“, meint Joachim Bauer im Buch „Warum ich fühle was Du fühlst“.

Ich bin inzwischen der Überzeugung, dass Spiegelneuronen und Resonanz zwei Seiten derselben Medaille sind, zwei Ausdrucksformen von Lebensenergie, die zusammengehören. Quantenphysisch formuliert (Teilchen-/Welle-Dualität) beobachten wir auf der Teilchenebene Spiegelneuronen, auf der Schwingungsebene Resonanzphänomene.

Hier geht es direkt zu einem Video des Bayrischen Rundfunks mit einem Vortrag von Prof. Manfred Spitzer zum ThemaSpiegelneuronen (Folge 54 anclicken).

Resonanz

Resonanz bedeutet in der Physik, dass ein schwingungsfähiges System durch ein anderes stimuliert wird. Resonanz ist eine Ausdrucksform von Energie und eine bedeutende Dimension der Arbeit im Shiatsu. Das wohl eindrücklichste Beispiel der Kraftwirkungen von Resonanz stellt der Einsturz der 1940 neugebauten Tacoma-Hängebrückeunter dem Einfluss von Wind dar. Das vierminütigen Youtube-Video ist beeindruckend und sehenswert. Wer Hintergrund-Infos möchte, findet diese hier.

Quantenphysik

Die Erkenntnis, dass wir im Shiatsu mit der Lebensenergie Ki sowohl auf der Teilchenebene wie auf der Schwingungsebene arbeiten, ist das grosse Verdienst von Pauline Sasaki, bei der ich etliche Fortbildungs-Stunden genommen habe. Ihr Quantum-Shiatsu nutzt die verschiedenen Möglichkeiten mit gezielten und effektiven Techniken. Die wohl einfachste Einführung in das Phänomen der Teilchen-/Welle-Dualität von Materie findet sich von den Machern des Films „What the bleep do we know“ in folgendem Zeichentrickfilm von ca. 4 Minuten. Es gibt weitere Animationen von Dr. Quantumauf Youtube. Zu den Themen „was ist Realität, wer erschafft sie? Was sind Gedanken usw.“ gibt es nun 4 DVDs mit über 10 Stunden Laufzeit und Interviews: „Bleep – Down the Rabbit Hole.“


4 Antworten zu Impulse

  1. Claudia Lutz schreibt:

    Hoi Peter
    Ich bin angetan von der Leichtigkeit, welche Deine Homepage vermittelt, neben den fundierten Grundinformationen, welche natürlich auch sehr gut sind. Vor allem diese Seite mit den Buchtipps und dem Filmtipp!!!!!!
    Freundliche Grüsse Claudia

  2. D.Neeff schreibt:

    Spannend und so sympathisch. Danke sehr für die reichen Anregungen. Ihr Buch habe ich mir soeben bestellt und freue mich darauf. Mit frohen Grüssen und Gedanken.
    Ach,- kommen Sie auch einmal nach Stuttgart für eine Fortbildung?

  3. gesine auffenberg schreibt:

    ich bin ganz begeistert von Ihrem Artikel, einmal von der Information und Anregung aber,- wichtiger- von der Leichtigkeit und dem Frieden. — Ich kriege sonst nie, wirklich nie, wenn ich etwas im internet lese gute Laune und Zuversicht, also vielen Dank !!!!!

  4. Wolfgang Fuchs schreibt:

    Sehr schöne und klare Impulse für die Shiatsu Praxis. „Die 10 Gebote des Shiatsu“ haben mich also Shiatsu- Schüler besonders angesprochen. Gerade bei den vielfältigem vermittelten Wissen und den vielfältigen Erfahrungen während der Ausbildung kann man diese Gebote wohl nicht oft genug verinnerlichen.

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